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Oberlausitzer Bergland

Wie ein Bilderbuch

Überraschende Aus- und Einblicke

Überraschend vielfältig erleben Ausflügler das Oberlausitzer Bergland. Hier erwartet Sie ein Paradies für Aktivurlauber. Sanfte Hügel, dichte Wälder und idyllische Täler sind durchzogen von kilometerlangen Wander- und Radwegen. Sie führen durch malerische Landschaften, vorbei an beeindruckenden Aussichtspunkten und historischen Stätten.  Im Winter verwandeln sich die Höhenzüge in ein Eldorado für Wintersportler. 

Geprägt von charmanten Dörfern und den einzigartigen Umgebindehäusern, verbindet die Region Natur, Kultur und jahrhundertealte Traditionen.

Neben der Natur lockt das Bergland mit regionalem Handwerk, lebendigen Bräuchen und gemütlichen Gaststuben. 

Mit gleich drei Quellen in und am Kottmar und in Ebersbach-Neugersdorf hat die Spree ihren Ursprung im Oberlausitzer Bergland. Ihren fast 400 Kilometer langen Weg bis Berlin beginnt sie gemütlich schlängelnd durch die Orte Neusalza-Spremberg, Oppach, Sohland, Schirgiswalde-Kirschau, Großpostwitz und Obergurig. 

Entdecken Sie die Vielfalt dieser einzigartigen Region und genießen Sie erholsame Tage im Herzen der Oberlausitz!

Touristische Gebietsgemeinschaft 
"Feriengebiet Oberlausitzer Bergland" e.V.

Bahnhofstraße 8
02681 Wilthen

Tel.: +49 3592 385426



Wenn der Langbart kommt

Sagenhafte Tour auf dem Pumphutsteig eine Erlebniswanderung für die ganze Familie

Martin Pumphut ist eine der originellsten Sagengestalten der Oberlausitz. Im sorbischen Dorf Spohla kam der Müllergeselle, Wanderbursche und Hexenmeister zur Welt. Es wird angenommen, dass es dem Burschen mit den magischen Kräften auf seiner Wanderschaft in Wilthen gefiel und er dort seine zweite Heimat fand. Mit breitkrempigem Hut und weit ausgebreiteten Armen in Holz geschnitzt, wurde er 1939 am Jägerhaus als Wegweiser aufgestellt. Das Original wird inzwischen in der Tourist-Info aufbewahrt. Ein paar Schritte entfernt grüßt eine Pumphut-Skulptur auf einer kleinen Verkehrsinsel die Passanten – er ist aus Wilthen nicht mehr wegzudenken, hat sich über Generationen in die Herzen der Wilthener geschlichen. 
Es gibt Pumphut-Ortseingangstafeln, die Pumphut-Grundschule, und viele Wilthener haben sich einen Pumphut-Filzhut zugelegt und zählen sich zum Freundeskreis des liebenswerten Gesellen.
 

Würfelwand und unglaubliche Geschichten
 

Rund um die Stadt verläuft der 18 Kilometer lange Pumphutsteig, der dem Hexenmeister gewidmet ist und sich ideal für einen Familienausflug eignet. Der Weg verbindet acht Stationen, etwa den Mönchswalder Berg, die Baude auf dem Großen Picho und die Ortsteile Tautewalde und Sora. Unterwegs überraschen schöne Aussichtspunkte, Spielplätze, eine Würfelwand sowie Schutzhütten und Bänke zum Ausruhen. An sagenhaften Tafeln erfahren kleine und große Wanderer Geschichten, und nebenbei können sie an acht Stationen Stempel sammeln. 
Wandergruppen, die den Langbart kennenlernen wollen, melden sich vorab an. Dann schlüpft der Chef der Tourist-Information Wilthen, Heiko Harig, höchstselbst in die Montur des Pumphut und lauert auf seinem Steig. Dann staunen alle über den witzigen Kerl, seinen Zauberhut, berühren den weißen Bart, wollen in den geheimnisvollen Rucksack blicken und hören gebannt seine unglaublichen Geschichten. Die sind auch in Jürgen Spottkes Büchlein „Geschichten von Pumphut” festgehalten. Der „Holzer“ hält nicht nur Ortseingangstafeln und Pumphut-Figuren in Schuss, seine Holzschnitzarbeiten sind weithin begehrt.
 

Wander- und Radlerparadies


Wilthen ist auf Wanderer eingestellt, immerhin führt hier der Oberlausitzer Bergweg vorbei. Die Naturfreunde laden im Oktober zum Oberlausitzer Hunderter ein, wo es auf 10- bis 100-Kilometer-Strecken durch die Berge und Täler geht. Beliebt und jedes Mal sehr gut besucht ist auch der Wilthener Radwandertag im September, mit Touren bis in die Böhmische Schweiz. Die Weinbrand-Route, ein 32-Kilometer-Rundkurs für Radler, führt an der berühmten Wilthener Weinbrennerei vorbei. Bei Führungen dürfen Besucher den 1842 gegründeten Betrieb kennenlernen. 

 

Valtenberg - Neukirchs Hausberg

Ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Radfahrer oder Wintersportler

Mit 587 Metern ist der Valtenberg die höchste Erhebung im Oberlausitzer Bergland. Neukirch erstreckt sich am Fuße des Gipfels, der zugleich Station auf dem Oberlausitzer Bergweg ist. Ein idyllischer Spielplatz mit Wasserrad, Zapfenzielwand und Barfußpfad liegt gleich unterhalb des Berges mitten im Wald.


Spannender Sagenpfad
 

Wer am Parkplatz Karl-Berger-Straße startet und den Hauptwanderweg für den Aufstieg wählt, bekommt legendäre Einblicke auf einem Sagenpfad. Kinder aus dem Ort haben Bilder zu den spannenden Geschichten gemalt. Die Route dürfte gerade für Familien attraktiv sein, auch weil es unterwegs sieben Sagenrätsel zu lösen gilt. Oben angekommen, empfängt eine kleine Bergkapelle die Ausflügler. Sie dient als Schutzraum, und sogar standesamtliche Eheschließungen können darin stattfinden.
 

Abenteuerliche Abfahrten
 

Am Valtenberg betreibt das Team KS Coaching & Support seinen „Monsterroller”-Standort. Wer abenteuerliche Abfahrten auf extrabreiten Reifen mag, hat verschiedene Touren zur Auswahl, um über Asphalt, Schotter, Wurzeln oder Wiesen zu rollen. Bei „Töppel & Bike“ etwa verbindet sich Fahrspaß auf zwei Rädern mit lokalem Töpferhandwerk. Die Tour startet am Georgenbad in Neukirch. Mit Elektrofahrrädern geht es zunächst für etwa zwei Stunden durch Natur und Landschaft, bevor die Teilnehmer die Töpferei Lehmann ansteuern. Nach einer Betriebsführung mit dem Meister dürfen sich die Gäste selbst beim Töpfern ausprobieren und sogar ein eigenes Töppel für Zuhause bemalen.


Originelle Töpferei
 

Der Familienbetrieb von Karl Louis Lehmann ist eine von drei Töpfereien im Ort. Die 1834 gegründete Firma besteht inzwischen in sechster Generation. Ihr Markenzeichen ist getöpferte Ware nach Bunzlauer Art. Dabei kommt eine alte Technik zum Einsatz, bei der die Muster mit Schwämmchen auf die Tongefäße getupft werden. In der firmeneigenen Keramikscheune wird die große Vielfalt zum Verkauf angeboten.


Schaubrennerei bringt Geist ins Glas
 

So manche Schnapsidee wird in Schustersliebs Schaubrennerei entwickelt. Steffen Lindner und seine Tochter Susann geben als anerkannte Brennmeister gern Einblick, was sie aus regionalen Früchten und Getreide kreieren, sei es Erdbeergeist, Whisky, Gerstenbrand oder Likör aus grünen Walnüssen.

Tipps & Termine:
 

Immer am ersten Oktoberwochenende versammeln sich rings um Lehmanns Betrieb Handwerker aus ganz Deutschland. Das Töpferfest lockt stets Tausende Besucher an.


Wandern mit der Sonne

Technische Meisterwerke, Denkmale und Natur pur auf grenzüberschreitenden und thematischen Wegen

Planetenweg, Sonnenuhrenpfad, Kirchsteig, Denkmalwanderweg oder die Grenzlandtour: In und um Sohland gibt es eine Vielfalt an thematischen Wegen, die nicht einfach nur durch schöne Landschaft führen. Ganz nebenbei hat man hier beim Spazieren oder Wandern auch Gelegenheit, Interessantes über die Gegend zu erfahren.
 

Sonnenuhrenpfad zum Schauen und Staunen
 

Einzigartig in der ganzen Oberlausitz ist das Sonnenuhrendorf Taubenheim. Dass sich der Ortsteil von Sohland zu Recht so nennen darf, ist der Leidenschaft eines Mannes zu verdanken. Der Grafiker Martin Hölzel (1908-1994) erhielt in den 1970-er Jahren den Auftrag, die älteste Sonnenuhr im Dorf zu restaurieren. Ende des 18. Jahrhunderts entstanden, schmückte dieser Zeitmesser die frühere Goldschmiede. Hölzel reparierte das gute Stück nicht nur, sondern entwarf weitere Unikate. Später setzte der Grafiker Peter Domschke die Tradition fort, sodass die Zahl der Sonnenuhren in Taubenheim inzwischen auf über 53 angewachsen ist. Oft haben sie direkten Bezug zu dem Haus, an dem sie hängen. Wer die technischen und grafischen Meisterwerke entdecken möchte, sollte dem Sonnenuhrenpfad folgen. Details zur Historie des idyllisch an der Spree gelegenen Ortes lassen sich auch entlang des Denkmalwanderweges durch Taubenheim erkunden.

Von Grenzlandweg bis Gravelrad-Route


Die unmittelbare Nähe zu Tschechien macht das Wandern rund um Sohland besonders reizvoll, denn viele Wege führen ins Nachbarland. Frisch erneuert präsentiert sich 2025 der Grenzwanderweg „Auf den Spuren der Roten Waldameise“. Die gut zwölf Kilometer lange Strecke beginnt kurz vor dem Pkw-Übergang an der Schluckenauer Straße und schlängelt sich entlang der Grenze bis nach Steinigtwolmsdorf. Schauobjekte und Informationstafeln bringen Themen des Waldschutzes, der Pflanzenkunde und der Geologie nahe, sodass die Tour zum Wandererlebnis mit Bildungscharakter werden kann. Zusätzlich laden unterschiedlich gestaltete Schutzhütten zum Verschnaufen ein. Für den Ortsteil Wehrsdorf empfiehlt sich ein separater Rundgang, um die Umgebindehäuser und historischen Bauweisen zu bestaunen. Beim Erkunden hilft ein Faltblatt. Zu den markantesten Bauwerken
in Sohland gehört die Himmelsbrücke, die sich direkt am Spreeradweg befindet. Auch andere Routen führen durch die Gemeinde, darunter der Oberlausitzer Bergweg, der Zwillingsradweg oder die Gravelrad-Route „RockHead“ Und im Winter lockt das Skiareal Tännicht mit Schanze, Schlepplift und etwa 60 Kilometern gespurter Loipe.

Tipps: 
  • Stausee – Erholungsoase zum Rudern, Tretboot- und Kanufahren, Spazieren und Radfahren
  • Der Spreeradweg führt direkt am Stausee vorbei.
  • Im Ort hat der Oberlausitzer Bergweg eine Zwischenstation.
  • Sternwarte als Ausgangspunkt für den Planetenweg (www.sternwarte-sohland.de)
  • Heimatmuseum „Altes Weberhaus“ (frühzeitige Anmeldung über Tourist Information)

Miniwelt an der Kirche

Cunewalde lockt mit Umgebindehaus-Park und barockem Gotteshaus

Einen speziellen Streifzug durch die Oberlausitz können Besucher im Umgebindehaus-Park von Cunewalde unternehmen. 19 Modelle im Maßstab 1:5 zeigen einen bunten Querschnitt von markanten Beispielen der Volksbauweise, die typisch für die gesamte Region ist. Als originalgetreue Nachbildungen sind etwa das Heimatmuseum von Sohland oder ein Laubenhaus zu sehen, das am Niedermarkt in Schirgiswalde steht. Manche Vorbilder der Miniaturbauten existieren gar nicht mehr. Somit wurde ihnen in dem kleinen Park gewissermaßen ein Denkmal gesetzt.
Oberhalb des Umgebindehaus-Parks erhebt sich Deutschlands größte evangelische Dorfkirche. Das mächtige Gotteshaus bietet mehr als 2600 Menschen Platz. Regelmäßig gibt es Führungen in dem beeindruckenden Barockbau, der immer wieder auch die Kulisse für hochkarätige Veranstaltungen bildet.
Cunewalde zählt allein fast 200 Umgebindehäuser. Einige davon stehen zur Einkehr, zur Besichtigung oder zum Übernachten offen, beispielsweise das Hotel „Alter Weber“, die „Kleene Schänke“, das Gasthaus „Scharfe Ecke“, der denkmalgeschützte Dreiseitenhof mit Kfz- und Technik-Museum sowie Ferienhof „Zur Wilhelmine Landgut 1779“. 
Zwischen Czorneboh und Bieleboh eingebettet, ist der staatlich anerkannte Erholungsort – im schönsten Tal der Oberlausitz gelegen – ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren oder Familienausflüge in die gesamte Oberlausitz.

Tipps und Termine:
  • von Mai bis Oktober offene Kirche, Kirchenführungen jeden Freitag um 15:00 Uhr, Samstag 10:00-16:00 Uhr, Sonntag 11:00-16:00 Uhr
  • Erlebnisbad
  • Polenzpark
  • KFZ- und Technikmuseum von Mai bis Oktober Samstag und Sonntag 13:30 bis 17:00 Uhr

Spreequellland

Tourist-Information Spreequellland
 

im Faktorenhof
OT Eibau, Hauptstraße 214a D/4
02739 Kottmar, Tel. +49 3586 702051
 

 

im Haus des Gastes
OT Obercunnersdorf, Hauptstraße 65 D/4
02708 Kottmar, Tel. +49 35875 60954

Einfach zum Schwärmen

Schöne Umgebindehäuser sind ein Markenzeichen der Orte rund um den Kottmar

In einem spitzen Winkel am Obercunnersdorfer Wasser steht ein winziges Häuschen. Da es recht schief und krumm ist, wird es Schunkelhaus genannt. Sein Westgiebel misst gerade einmal 2,50 Meter in der Breite. Das Zimmer im Erdgeschoss, das früher Küche und Wohnraum in einem war, ist nur 1,65 Meter hoch. Kaum zu glauben, dass bis 1989 darin Leute wohnten. Inzwischen, da Obercunnersdorfs kleinstes Umgebindehaus der Gemeinde gehört, darf das Denkmal besichtigt werden – allerdings nur innerhalb von geführten Touren. 

Das Obercunnersdorfer Flair

Gäste, die den 1221 erstmals urkundlich erwähnten Ort besuchen, geraten mit Sicherheit ins Schwärmen. An der Hauptstraße, die sich leicht bergauf schlängelt, reiht sich ein Umgebindehaus ans nächste. Die einzigartigen Bauten bestimmen zwar vielerorts im Süden der Oberlausitz das Straßenbild, doch in Obercunnersdorf ist die Dichte mit immerhin rund 250 Umgebindehäusern schlichtweg am größten. Für den individuellen Rundgang bieten sich zwei Denkmalwege an. Sie führen durch verwinkelte Gassen, vorbei an vielen urigen Häusern mit liebevoll gepflegten Gärten. Schau- und Informationstafeln weisen auf Besonderheiten hin, etwa auf die Dorfkirche mit ihrem prächtigen Bauernbarock. 

Perle der Oberlausitz – der Faktorenhof

Obercunnersdorf ist einer von sieben Ortsteilen der Gemeinde Kottmar, benannt nach dem gleichnamigen Berg, über den ein Wanderweg verläuft. Dieser führt nach Eibau, wo eines der prächtigsten Fachwerkhäuser in der Oberlausitz zu finden ist: der Faktorenhof. Christian Zentsch, der durch den Handel mit Leinwand reich geworden war, ließ das herrschaftliche Gehöft zwischen 1708 und 1717 errichten. Wegen der barocken Pracht wird das imposante Ensemble auch "Perle der Oberlausitz" genannt. Filigran bemalte Paneelen im Prunkzimmer, Delfter Motive an den Wänden des Festsaals oder eine mit floralen Ornamenten verzierte Holzbalkendecke zeugen vom Reichtum des früheren Besitzers. 

Heute wird der Drei-Seiten-Hof recht vielseitig genutzt, etwa vom Heimat- und Humboldtmuseum mit seinen Max-Langer-Stuben und als Sitz der Tourist-Information „Spreequellland“. Auf dem Eibauer Faktorenhof finden Buchlesungen, Kabarett, Mundarttheater, Konzerte und Vorträge statt, und sogar Ehen können dort in romantischer Atmosphäre geschlossen werden.

Tipps & Termine

  • Spreequelltaufen mit Zwerg Gerbod (Gruppen)
  • Bockwindmühle Kottmarsdorf
  • Erlebnisbad Obercunnersdorf
  • Oberlausitzer Bergweg führ über den Kottmar
  • Kottmar ist Teil der Oberlausitzer Umgebindehausstraße
  • 25. Mai - Tag des offenen Umgebindehauses
  • 29. Juni - 31. Eibauer Bierzug

Urlaub im Faktorenhaus

Prächtige Umgebindehäuser erinnern in Ebersbach-Neugersdorf an wirtschaftliche Blüte

In der südlichen Oberlausitz fallen immer wieder Umgebindehäuser auf, die in der traditioneller Volksbauweise errichtet wurden, jedoch besonders groß und prächtig wirken. Sie entstanden einst für Faktoren, wie die wohlhabenden Leinwandhändler genannt wurden, die im 18. und 19. Jahrhundert eine Schlüsselrolle in der lokalen Wirtschaft innehatten. Sie organisierten die textile Produktion, erwarben Ware von Hauswebern und verkauften die fertigen Erzeugnisse auf internationalen Märkten. Die Häuser der Faktoren sind Spiegelbild ihres Reichtums und Einflusses in der Region, die ein bedeutendes Zentrum für die Leineweberei und den Handel mit Leinwand war.
Von dieser Blütezeit zeugt beispielsweise das 1831 erbaute Faktorenhaus C.W. Henke in Ebersbach. Bei der behutsamen Sanierung des prachtvollen Gebäudes kamen schöne Details wieder zum Vorschein. Die Eigentümer wurden 2020 für ihre Mühe mit dem ersten Platz beim Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege belohnt. Das Haus im Stil des Art Deco steht heute als Unterkunft für Gäste und Urlauber zur Verfügung. Mehr Platz zum Übernachten gibt es gleich nebenan im „Kleinen Faktor“. Das separate, barrierearme Apartment befindet sich im früheren Gesindehaus des Faktorenhauses.
Die Hausweberei hatte sich im 17. Jahrhundert als Nebenerwerb für Bauern in der Oberlausitz entwickelt. Sie nutzten die Wintermonate, indem sie angebauten Flachs durch Spinnen und Weben verarbeiteten. Eingewanderte Glaubensflüchtlinge aus Böhmen brachten im Dreißigjährigen Krieg zusätzliches Wissen in die Region, was zur starken Verbreitung der Weberei führte, die letztlich zum Haupterwerbszweig wurde. Mit der Industrialisierung entstanden größere Textilfabriken, darunter auch die von Carl Gottlieb Hoffmann. Der Unternehmer erwarb 1833 ein prächtiges Umgebindehaus in Neugersdorf, wo inzwischen eine Ausstellung an sein Wirken erinnert. Das als „Stammhaus“ bekannte Umgebindehaus des ehemaligen VEB Oberlausitzer Textilbetriebe (Lautex), ist heute der Sitz der Stiftung Umgebindehaus.

Tipps & Termine
  • Weitere Faktorenhäuser im Umland • Alte Mangel • Faktorenhof Eibau • Hof Bulnheim Seifhennersdorf
  • Spreequellen
  • 25. Mai - Honigfest zum Tag des offenen Umgebindehauses
  • 25.-30. Juli - 297. Jacobimarkt in Neugersdorf
  • 19.-21.: Dezember: Ruprechtmarkt in Ebersbach

Alte Mangel weckt Neugier

Oberlausitzer Traditionen werden gepflegt

Die Alte Mangel war 1760 die erste Manufaktur in Ebersbach und wurde später als Wirtschaftsgebäude und Wohnhaus genutzt. Das prächtige Umgebindehaus gilt als wertvollstes Faktorenhaus und zählt zu den schönsten der 700 denkmalgeschützten Umgebindehäuer im Ort (im Bild unten). Wo einst Leinwände gewaschen, gebleicht und gemangelt wurden, haben jetzt Alltagsdinge vergangener Zeiten ihren Platz und es wird das Brauchtum gepflegt. Zusammen mit vielen Gleichgesinnten sorgt Eva-Maria Graf in einem Verein dafür, dass in dieser Kultur- und Bildungsstätte die Erinnerungen an die Vorfahren lebendig bleiben, von denen viele in der Textilwirtschaft
arbeiteten. „Wir möchten vor allem auch unseren Kindern und Jugendlichen die Geschichte nahebringen, damit die Liebe zu ihrer Heimat im Herzen bleibt”, sagt die engagierte Oberlausitzerin. Die urigen Blockstuben und die Halle im Erdgeschoss werden für standesgemäße Oberlausitzer Hochzeiten, Feiern oder Workshops gemietet. Regelmäßig finden Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Mundart- oder Kabarettabende statt. Der Zuspruch ist jedes Mal enorm groß.